Ein Beitrag im people2help-Bewerbertraining für internationale Pflegekräfte
Warum Vorbereitung alles ist
Ein Bewerbungsgespräch ist oft der entscheidende Moment, ob du deinen Traumjob bekommst oder nicht. Und es gilt: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.
Für viele internationale Pflegekräfte ist das Vorstellungsgespräch in Deutschland eine neue Erfahrung – andere Erwartungen, andere Gesprächsführung, andere Kultur.
Dieser Beitrag gibt dir praktische Tipps, wie du dich optimal vorbereitest, damit du ruhig, sicher und authentisch auftreten kannst.
1. Pünktlichkeit ist Pflicht
In Deutschland ist Pünktlichkeit ein Zeichen von Respekt. Sei lieber zehn Minuten zu früh da – ob vor Ort oder im Online-Call. Plane mögliche Verspätungen (z. B. Zugausfälle oder Internetprobleme) immer ein.
Tipp für Online-Interviews:
Teste Kamera, Mikrofon und Internet am Vortag.
Achte auf eine ruhige Umgebung ohne Störungen.
Stelle eine stabile Internetverbindung sicher
2. Kleidung – schlicht, sauber, professionell
Das Vorstellungsgespräch ist ein geschäftlicher Termin. Arbeitgeber achten darauf, dass du gepflegt und passend gekleidet bist.
Keine Freizeitkleidung wie Jogginghose oder T-Shirt mit Aufdruck.
Lieber schlichte, saubere und gebügelte Kleidung in neutralen Farben.
Für Frauen: dezentes Make-up, kein zu auffälliger Schmuck.
Für Männer: Rasur oder gepflegter Bart.
3. Die Macht des ersten Eindrucks
Dein Auftreten entscheidet oft in den ersten Sekunden, ob du positiv wahrgenommen wirst.
Lächeln – wirkt freundlich und offen.
Blickkontakt – zeigt Interesse und Selbstbewusstsein.
Fester Händedruck – bei Vor-Ort-Terminen üblich.
4. Vorbereitung auf typische Fragen
Jedes Gespräch ist anders – aber es gibt Standardfragen, die fast immer kommen:
Erzählen Sie etwas über sich.
Warum möchten Sie bei uns arbeiten?
Welche Erfahrungen haben Sie in der Pflege?
Bereite Antworten vor – aber lerne sie nicht auswendig. Warum?
Weil auswendig gelernte Sätze oft zu schnell und wie „herunter gerattert“ klingen.
Beispiel, wie es nicht wirken sollte:
„Mein Name ist Abhishek ich komme aus Indien und meine Hobbys…“
So klingt es besser:
„Mein Name ist Abhishek. Pause. Ich komme aus Indien. Pause. Meine Hobbys sind …“
Langsam sprechen, kurze Pausen setzen – so bleibst du verständlich und authentisch.
5. Nervosität ist normal – und okay
Fast jeder ist vor einem Bewerbungsgespräch nervös. Wichtig ist, dass du die Aufregung kontrollierst:
Atme tief durch, bevor es losgeht.
Denk daran: Das Leben geht weiter – egal, wie das Gespräch ausgeht.
Sprich mit Freunden oder Familie, um vorher zu üben. -> Übung macht den Meister, sprechen könnten sie auch mit Kollegen in der Sprachschule
Stell dir vor, es ist ein Gespräch auf Augenhöhe – der Arbeitgeber braucht dich genauso wie du ihn.
6. Gespräch auf Augenhöhe
Viele Bewerber fühlen sich unsicher, weil sie denken, der Arbeitgeber „steht über ihnen“. Das stimmt nicht.
Der Arbeitgeber sucht jemanden, der Probleme löst.
Du bringst Fachwissen, Motivation und Einsatzbereitschaft mit.
Begegne deinem Gesprächspartner respektvoll, aber selbstbewusst.
7. Authentisch sein
Arbeitgeber wollen die Person hinter dem Lebenslauf kennenlernen.
Sei ehrlich bei Antworten – keine erfundenen Geschichten.
Zeig auch ruhig deine Persönlichkeit.
Wenn du etwas nicht weißt, sag es offen und signalisiere Lernbereitschaft.
Fazit
Ein Bewerbungsgespräch ist kein Test, den du perfekt bestehen musst – sondern ein Kennenlernen, bei dem beide Seiten prüfen, ob sie zueinander passen. Mit guter Vorbereitung, klarer Kommunikation und authentischem Auftreten erhöhst du deine Chancen deutlich.

Thorsten Pritz
Experte für Integration internationaler Fachkräfte
Mentoring & Ressources